Die Komödie heisst „Kunst“. Und es ist eine. Sie stammt von Yasmina Reza, der französischen Autorin, die so leichte Komödien schreibt, dass man gar nicht merkt, wie gewichtig sie eigentlich sind. Und wie sie die Welt verändern. In „Kunst“ dreht sich alles um ein rein weisses Ölbild, 1,20 x 1,60 Meter gross, das die langjährige Freundschaft von drei Männern, Marc (CEO in der Aeronautik), Serge (Dermatologe) und Yvan (Papierwarengrosshändler und Traumtänzer) auf eine absurde Zerreissprobe stellt. - Seitdem ist dieses weisse Bild das berühmteste weisse Bild der Theatergeschichte.
Es geht in „Kunst“ nicht nur um Kunst. Es geht um eine Welt! - Eine Welt, in der eine weisse Fläche von 1,20 x 1,60 Meter, die Serge für 200'000 CHF in einer angesagten Galerie gekauft hat - eine Welt aus Freundschaft, Vertrauen und Liebe ins absolute Chaos stürzt - inklusive Anfeindungen, Wutausbrüchen («Du hesch doch für dä Schyssdrägg keini zweihunderddausig Stutz zaald…»), Schlägereien, Weinkrämpfen, gegenseitigem Partnerinnen-Bashing («…Ich ha dir au nid gsaid, dass ich di Paula hässlig, reizlos und runzlig find…!») - und einem geplatzten Trommelfell.
Eine Eleganz-Schlenderei über den Boulevard, dessen Asphalt aus einer leichten, federnden Komödienkruste besteht. Darunter: Abgründe.
Yasmina Reza inszeniert dieses Männergerangel um Kunst mit genauem, witzig überdrehten Satire-Blick und dem Gespür für den Hintersinn von nebensächlichen Wichtigkeiten. Kein Wunder, dass neben der modernen Kunst auch Themen zwischen Psychoanalyse, Globuli und Dekonstruktivismus verhandelt werden.
Basler Fassung und Regie: Helmut Förnbacher
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