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«Das Förnbacher Theater Basel kehrt zurück auf die Bühne» - Badische Zeitung

Samstag, 04. Dezember 2021

Die Helmut Förnbacher Theater Company meldet sich mit einer "Pop-Up-Theaterwoche" an neuem Spielort zurück. Im früheren Kino Royal gibt es vom 26. bis 31. Dezember acht Stücke zu sehen.

"Ja, wir spielen wieder!" Diese erfreuliche Nachricht verkündet die Helmut Förnbacher Theater Company. Das Ensemble, das Ende September seine langjährige Spielstätte im Badischen Bahnhof Basel räumen musste, meldet sich mit einer "Pop-Up-Theaterwoche" an neuem Spielort zurück. Im früheren Kino Royal, gegenüber dem Badischen Bahnhof, führt Theaterleiter Helmut Förnbacher vom 26. bis 31. Dezember acht Stücke an sechs Tagen auf.

Am 30. September ging mit der Aufführung von "Amadeus" eine Ära zu Ende. Mit einer Magic Night voller Jubel, Standing Ovations, Champagner für alle, Wehmut und Tränen erlebten die Theatermacher, Schauspieler und Zuschauer die letzte Inszenierung nach 24 Spielzeiten in der ehemaligen Zollhalle. Inzwischen ist die Theaterhalle ausgeräumt, die Darstellerinnen und Darsteller sind in alle Winde verstreut, die kultigen roten Klappsessel aus der früheren "Komödie" wurden verkauft, einige der Kulissen, Requisiten und tausende Kostüme sind in einer Halle in Münchenstein gelagert.

Kleine Bühne, Platz für 200 Besucher

Auf der Suche nach einem anderen Spielort kam Helmut Förnbacher im Sommer auf das einstige Kino Royal in der Schwarzwaldallee, auf der anderen Straßenseite des Badischen Bahnhofs. Bis vor 15 Jahren existierte das Kino aus den 1960er Jahren, wo auch Arthouse-Filme liefen, dann übernahm Novartis den Komplex und nutzte die Räume für Schulungen und Tagungen. Inzwischen gab es einen weiteren Besitzerwechsel und der renovierte Kinoraum mit Empore ist wieder vermietet. Mit den jetzigen Mietern, die einen Veranstaltungsraum in diesem Haus aufziehen wollen, ist Förnbacher im Gespräch. "Ich habe schon immer gedacht, dass dieses Kino ein fabelhafter Theaterraum sein könnte". Derzeit werde geprüft, ob es möglich ist, das einstige Kino in den kommenden Jahren als Theatersaal zu nutzen. Allerdings gebe es staatliche Auflagen in Bezug auf Sicherheit und Umwelt, die erfüllt werden müssten. "Wir sind am Prüfen, ob das für uns realisierbar und finanzierbar ist."

Bis zur endgültigen Entscheidung will Förnbacher zwischen Weihnachten und Silvester einen "Probelauf" starten und acht Stücke aus seinem Spielplan der letzten Saison in dem alten Kino auf die Bühne bringen. Der Raum bietet Platz für 200 Besucher und verfügt über eine relativ kleine Bühne. "Ich muss die Inszenierungen anpassen", so Förnbacher, "die großen Bühnenbilder gehen hier nicht". Der Theatermann ist glücklich, dass er seine Schauspielerinnen und Schauspieler für diese Stücke noch einmal zusammenholen konnte.

Gespielt werden in der Woche am 26. Dezember der Klassiker "Faust" von Goethe und die geistreiche Ehe-Tragikomödie "Die Niere", am 27. Dezember die szenische Lesung des Kriminalstücks "Der Richter und sein Henker" von Dürrenmatt, am 28. Dezember das furiose Frauen-Solo "Offene Zweierbeziehung", am 29. Dezember das Alzheimer-Drama "Der Vater", am 30. Dezember das Stück "Extrawurst" in Basler Fassung sowie an Silvester die gesellschaftskritische Komödie "Der Vorname" und das Zwei-Personen-Stück "Love Letters" – ein Best of aus Förnbachers aktuellen Produktionen.

von Roswitha Frey (für die Badische Zeitung)

 
Am 30. September ging mit der Aufführung von "Amadeus" eine Ära zu Ende. Mit einer Magic Night voller Jubel, Standing Ovations, Champagner für alle, Wehmut und Tränen erlebten die Theatermacher, Schauspieler und Zuschauer die letzte Inszenierung nach 24 Spielzeiten in der ehemaligen Zollhalle. Inzwischen ist die Theaterhalle ausgeräumt, die Darstellerinnen und Darsteller sind in alle Winde verstreut, die kultigen roten Klappsessel aus der früheren "Komödie" wurden verkauft, einige der Kulissen, Requisiten und tausende Kostüme sind in einer Halle in Münchenstein gelagert.