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Mord im Förnbacher Theater! Heute ist Premiere: Shakespeare "Julius Caesar."

Dienstag, 15. September 2020

Julius Caesar

Drama von William Shakespeare

Shakespeares Meisterwerk über Macht und Politik, Freundschaft und Verrat. Dieses zeitlose Werk ist heute - in den Zeiten brutaler Machtkämpfe in der Politik und in den Führungs-Etagen grossen Global Players - von geradezu brennender Aktualität.

Caesar wird nach seinem Sieg über Pompejus vom Volk gefeiert. Marc Anton bietet ihm auf dem Kapitol dreimal die Königskrone an - dreimal lehnt Cäsar ab. Doch Caesar ist enttäuscht über die Begeisterung der Römer mit der sie seine Ablehnung begrüssen. Cassius, der Caesars Alleinherrschaft fürchtet, zettelt eine Verschwörung gegen Caesar an. Es gelingt ihm Brutus, der ebenfalls die Freiheit der Republik in Gefahr sieht, für die Ermordung Caesars zu gewinnen. Doch mit Caesar auch Marc Anton zu ermorden lehnt Brutus ab. Die Verschwörer sollen Rom vor der Tyrannei Caesars bewahren - nicht aber zu gewöhnlichen Mördern werden.

Caesar missachtet alle Warnungen vor dem „Idus des März“. Damit rechnend, dass ihm jetzt der Senat die Krone anbieten wird, geht er zum Kapitol - und wird von den Verschworenen erdolcht. Das Volk jubelt. Gegen den Willen der Mitverschworenen erlaubt Brutus Marc Anton an der Leiche Caesars die Leichenrede zu halten und verlässt das Forum. An der Leiche Caesars hetzt Marc Anton mit einer demagogischen Rede das Volk, das eben noch Brutus und den Verschwörern  zujubelte, gegen die Verschwörer auf. Aufgebracht zünden die Römer die Häuser der Verschwörer an und vertreiben sie aus Rom. Marc Anton, Octavius und Lepidus übernehmen als Triumvirn die Herrschaft über Rom. Brutus und Cassius rüsten Heere gegen Rom. Bei Philippi werden Brutus und Cassius von Marc Anton und Octavius vernichtend geschlagen und stürzen sich in ihre Schwerter. An Brutus Leiche bekräftigt Marc Anton, dass Brutus Caesar nicht aus Missgunst sondern für das gemeine Wohl getötet hat.

Shakespeare schuf hier ein echtes politisches Schauspiel. - den Kampf um die Macht einzelner, starker Persönlichkeiten, der Sturz eines Tyrannen, die Wankelmut des verführbaren Volkes und die Tragödie des echten Idealisten (Brutus). Die Leichenrede Marc Antons - dramatischer Gipfelpunkt des Werkes - ist eines der nie wieder erreichten Beispiele grossartiger Bühnenrhetorik - überwältigend in der sprachlichen Diktion und  der dramaturgischen Funktion.