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Acht Frauen - Krimi, Komödie, Musical- ein Abend der Superlative!

Sonntag, 03. Februar 2019

Ein boshafter Damenkreis

Das Förnbacher Theater inszeniert in Basel "Acht Frauen" zu Chansons von Georg Kreisler.


Das Zusammentreffen dieser Frauen aus drei Generationen birgt jede Menge Konfliktstoff. In der Inszenierung von Helmut Förnbacher vermischen sich Komödie, Familiendrama, Intrigenspiel und Kriminalstück auf raffinierte und spannende Art. Da spielt sogar ein bisschen detektivische Mördersuche à la Agatha Christie hinein. Denn kaum sind die Damen eingetroffen, wird eine Leiche entdeckt. Der einzige Mann im Stück, der immer unsichtbar bleibt, wird mit einem Messer im Rücken aufgefunden. Ein gellender Schrei, Pistolenschüsse, Rattengift im Kaffee. Und schon macht sich eine Atmosphäre der Angst, der lauernden Gefahr, der gegenseitigen Verdächtigungen, des Spionierens breit. Die Handys sind verschwunden, der Motor des Autos springt nicht an, die Frauen sind von der Außenwelt abgeschnitten. Wer von ihnen ist eine Mörderin, wer profitiert vom Testament des Toten? Förnbacher schürt in seiner Regie geschickt die Spannung und bietet alles auf, was die psychologischen Abgründe, Eifersüchteleien, Rivalitäten, Gefühle und zugespitzten Boshaftigkeiten in diesem "Damenstift" zu einem amüsanten Theatererlebnis macht. Vor allem sind diese verschiedenartigen Frauentypen dankbare Rollen für die großartigen Schauspielerinnen des Ensembles, die ihre Charaktere genüsslich ausleben.

Da wäre Caroline Felber als weißhaarige Patriarchin und Grande Dame im Rollstuhl, die misstrauisch ihre Aktien unterm Kopfkissen versteckt und alles andere als großmütterlich-bieder ist. Elegant, kühl und beherrscht, ganz Dame der besseren Gesellschaft, gibt Kristina Nel die Hausherrin Gaby, deren Mann das Mordopfer ist. Ihre Töchter, Mia Lüscher als trotziges, aufmüpfiges Nesthäkchen und Sandra Schaub als flippige Studentin Susanne, bringen jugendliche Verve, Frische und Pep ins Spiel. Mit pointiertem Witz und Ironie verkörpert Kathrine Ramseier die frustrierte, ewig jammernde Tante Augustine, die nur mit Pillen ihr einsames Singledasein erträgt. Undurchschaubar und rätselhaft wie eine glamouröse Sphinx wirkt Dora Balog als Pierrette, die skandalumwitterte Schwester des Ermordeten, die amouröse Heimlichkeiten ihrer lieben Verwandten aufdeckt. Auch die Hausdamen haben ihre verschwiegenen Laster, etwa Nina Bradlin als aufreizende, mokante Louise oder Natalie Kriesemer als heimliche Pokerspielerin Chanel.

In den mondänen Haute Couture-Kostümen von Raphael Blechschmidt würden die Damen auf jedem Pariser Laufsteg Furore machen. Als besonderen Clou hat die Theater Company die rabenschwarzen Chansons zu bieten, die der Meister des makabren Humors, Georg Kreisler, den acht Frauentypen auf den Leib komponiert hat. Auch als Diseusen machen die Darstellerinnen in diesen galligen, bitter-ironischen Songs eine glänzende Figur, wenn sie im Cabaret- und Revue-Stil frech und demaskierend von Männern, Ehe und Sex singen. So viel geballte weibliche Power auf der Bühne macht großes Vergnügen bis zum knalligen, sehr überraschenden Schluss.